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Jot Script Evernote Edition – Enttäuschte Erwartungen

Jot Script

Zur Zeit versuche ich wieder einmal, alle meine Notizen, Entwürfe und Papiere bei Evernote zu bündeln. Die iOS-Version wird auch immer besser, und so scheint mir Evernote dazu gut geeignet zu sein. Letzte Woche meinte dann Evernote auf dem iPad zu mir: „Hey, schau mal. Wir haben hier einen Stift für Dein iPad. Der ist voll toll, weil er eine dünne Spitze hat, wie sonst keiner, und weil er voll gut mit Penultimate zusammenarbeitet.“

Werbung wirkt, und ich dachte mir, dass so ein präziser Stift ohne fette „Spitze“ doch ganz nett für ein paar handschriftliche Notizen wäre. 58€ klingen auch noch ok, und so wollte ich dann den Stift auch gleich bei Evernote bestellen. Als dann unter dem Strich im Warenkorb knapp 100€ standen (inkl. Versand und Zoll), habe ich dieses Vorhaben aber wieder abgebrochen. Bei Amazon fand ich den Stift dann für 75€ als Prime-Artikel. Ok, Kompromiss, dachte ich mir, und habe bestellt.

2 Tage später war der Stift dann da, und ich enttäuscht. Der Stift liegt einigermaßen gut in der Hand, macht einen mittel- bis hochwertigen Eindruck, und gleitet angenehm über den Bildschirm. Das Pairing mit Penultimate lief auch problemlos. Das Schreiben oder Zeichnen will aber nur schwer gelingen. Im Querformat ist alles noch einigermaßen in Ordnung, und der Stift ist ziemlich präzise. Nur die Erkennung und das Ignorieren des aufliegenden Handballens ist nicht sehr gut. Im Hochformat wird der Stift aber leider fast unbenutzbar, da hier der Strich auf dem Bildschirm mehrere Millimeter neben der Stiftspitze liegt. So kann ich nicht Schreiben oder Zeichnen. Nach ein paar Versuchen fand ich heraus, dass der Offset abhängig vom Winkel ist, mit dem ich den Stift halte. Wenn der Stift senkrecht zum Bildschirm steht, gibt es fast keinen Offset. Aber wer schreibt schon so. Ich hatte die Werbeaussagen eigentlich so verstanden, dass das Pairing mit Penultimate den winkelabhängigen Offset eliminieren sollte, was aber nicht passiert.

Meine Suche im Internet brachte dann zutage, dass ich nicht der Einzige mit diesem Problem bin. Da ich mir immer noch unsicher war, ob es sich um einen Defekt bei einigen Stiften handelt, oder ob alle Stifte so sind, habe ich den Support von Adonit kontaktiert. Die Antwort, die zum Glück relativ schnell kam, habe ich so verstanden: „Wenn das Deine Erfahrungen mit dem Stift sind, dann solltest Du ihn besser zurückschicken.“ – Kein Wort von einem Defekt, oder davon dass das Problem zu beheben sei. Schade. In weiteren Mails war dann noch die Rede davon, dass es offenbar an der Kombination mit bestimmten iOS-Geräten liegt. Alle iOS-Geräte hier im Haus zeigen allerdings das gleiche Problem. Seltsam und schade.

Eigentlich wollte ich ja einen Artikel über meinen tollen neuen Stift schreiben, aber ich kann nicht. Ich werde meinen zurückschicken und warten, bis mal ein Stift auf den Markt kommt, der für mich funktioniert. Ich habe natürlich keine groß angelegten Tests mit dem Stift gemacht, und kann nicht behaupten, dass jeder diese Erfahrung macht. Vielleicht gibt es auch einige, die mit diesem Stift klar kommen, und ihre Freude damit haben. Keine Ahnung. Für mich funktioniert er jedenfalls nicht. Schade.

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  • Wochenrückblick 2016-W47 - thopex.de

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  1. Ich bin von dem Leistungsumfang und der Verarbeitung des Jot Script mehr als enttäuscht. Nach dem Auspacken des Jot Script habe ich zunächst die empfohlene. Einstellungen vorgenommen. Und siehe da, es klappte zunächst prima. Eine besondere Präzision konnte ich zunächst nicht feststellen. Im Gegenteil, es gelang einfach nicht beim Schreiben an den Punkt wieder anzusetzen, wenn ich den Stift abgehoben habe. Ich lag immer Millimetet daneben.

    Also noch einmal ans Eingemachte. Ich habe mich für das Programm GoodNotes entschieden, weil das empfohlene Programm Penultimate starke Fehlfunktionen aufweist. Der Vorschub in der Zoomfunktion bei Penultimate ist sicherlich sehr gut gemeint, in der Praxis sieht es jedoch so aus, als ob jemand beim Schreiben das Blatt ruckartig unter dem Stift wegzieht. Einfach eine Katastrophe.

    Bei dem Programm GoodNotes habe ich dann alle Einstellungen für den Jot Script vorgenommen. Dabei konnte ich feststellen, dass der Jot Touch erheblich mehr Funktionen hat und auch besser unterstützt wird. Im weiteren Verlauf des Tests fiel mir auf, dass der Stift starke Aussetzer hat. Habe ich die Unterstützung herausgenommen, funktionierte der Stift wieder ohne Aussetzer aber mit starkem Versatz, oder wie oft beschrieben mit starkem Offset.

    Beim genaueren Hinsehen stellte ich nun fest, dass die Spitze des Stifts locker ist. Es wurde zwar beschrieben, dass man die Spitze durch festes Verschrauben fixieren könne, dies klappte bei meinem Stift aber leider nicht.
    Bei der Gelegenheit fiel mir jedoch auf, dass die Spitze um mehrere 1/10 mm konzentrisch eingesetzt ist. Dies läßt sich deutlich erfühlen.

    Für einen Stift dieser Preisklasse habe ich mir eigentlich mehr erwartet. Selbst die Kugelschreiber, die mir in der Apotheke kostenlos beigepackt werden, sind teilweise besser verarbeitet und haben auch keine Aussetzer.

    Schade, ich bin von diesem Stift gründlich enttäuscht.

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