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Die ersten Tage mit der Apple Watch

Aller Anfang

„So ein hässliches, fettes Ding!“ dachte ich mir im September, als Apple die Apple Watch vorstellte. Ich war wirklich enttäuscht über das, was Apple dort vorgestellt hatte. Ich war auch noch so mutig, und hatte meiner Frau, die mich dann auslachte, gesagt, dass ich mir auf keinen Fall eine Apple Watch der ersten Generation kaufen werde. Ich war mir meiner Sache sicher.

Steter Tropfen

Dann vergingen die Monate. Ich habe mich nur beiläufig mit der Uhr beschäftigt. Aber mit der Zeit gewann ich etwas Abstand zu meiner ersten Enttäuschung, und in mir wuchs der Gedanke „Ich muss dieses Ding haben!“ – Danke an Apple für die großartige PR-Arbeit ;D – Nun muss ich aber sagen, dass sich für mich die Frage, ob ich eine Smartwatch haben muss, gar nicht mehr stellt. Ich trage seit ihrer Lieferung hier eine Pebble an meinem Handgelenk, und finde das mehr als praktisch.

Es wird spannend

Ca. Mitte Februar war ich mir also ziemlich sicher, dass doch eine Apple Watch her muss. Also schaute ich gespannt die letzte Keynote zur Watch, war am 10. April um 9:01 Uhr hochkonzentriert bei der Sache, und konnte so am letzten Freitag meine 42mm große, schwarze Apple Watch Sport auspacken und in Betrieb nehmen. Und, um es gleich mal vorweg zu nehmen: Ja, es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, mir eine Apple Watch zu kaufen.

Apple Watch - Verpackung

Unboxing

Zuerst einmal zum Design. Die Uhr ist viel kleiner und vor allem zierlicher, als sie auf den Produktfotos aussieht. Ich1 finde die Uhr sehr elegant, und ich hatte vermutlich noch nie etwas schickeres am Handgelenk. Das matte „Space Gray“ gefällt mir sehr gut, und obwohl es sich um das günstige Modell handelt, macht die Uhr auf mich einen sehr hochwertigen Eindruck.2 Diesen Eindruck möchte Apple vermutlich auch schon beim Auspacken erzeugen, da die Verpackung, und das beiliegende Etui überraschend schwer ist. Macht auf jeden Fall was her.

Beim ersten Einschalten dachte ich mir zuerst „Hö? Ist das Ding kaputt?“, da nur ein sehr dunkler3, seltsam schattierter Apfel auf dem Display zu erkennen war, und das Booten eine gefühlte Ewigkeit dauerte. Aber nach dem Booten zeigte sich, dass wirklich ein großartiges Display verbaut ist. Ich war ja zuvor etwas skeptisch, weil Apple nirgends wirklich das Display erwähnt hatte. Hätte ja auch sein können, dass in der ersten Generation das Display noch nicht so der Hit ist. Aber es ist wirklich super.

Apple Watch - einrichten

Erste Schritte

Nachdem die Apple Watch mit meinem iPhone gekoppelt war, was wirklich ein Kinderspiel ist4, war ich gleich mal erstaunt, wie gut die Handgelenkserkennung funktioniert. Also die Funktion, welche das Display aktiviert, wenn man das Handgelenk hebt, um auf die Uhr zu schauen. Sicher, in manchen Situationen geht sie nicht an. Wenn die Bewegung zu klein ist, beispielsweise. Aber ich habe mir das wesentlich schwieriger vorgestellt. Vor allem für eine 1.0 würde ich sagen, funktioniert das sehr gut. Und wenn es mal nicht funktioniert, wiederhole ich die Bewegung kurz, oder tippe leicht auf das Display. Die kleine Verzögerung, mit der das Display aktiviert wird, finde ich auch akzeptabel und bis jetzt nicht störend.

Digital Crown und Force Touch

An die Bedienung mit den neuen Bedienelementen muss man sich dann erst gewöhnen. Beispielsweise, dass es sich wesentlich angenehmer scrollt, wenn man das kleine Drehrädchen5 benutzt, anstatt mit dem Finger zu wischen. Und mit ForceTouch hatte ich anfangs auch kleine Probleme. Oder besser gesagt musste ich erst lernen, dass ein ForceTouch kein „LongTouch“ ist. Anfangs habe ich immer lang und fest gedrückt. Aber es genügt schon ein kurzer, aber etwas festerer Tap. Wenn man das aber einmal raus hat, ist es eine tolle Bereicherung. Ich erwische mich mittlerweile sogar manchmal, dass ich auf dem iPhone eine ForceTouch machen möchte6.

Taptic Engine

Was mich an meiner Pebble immer störte, war das relativ laute Vibrieren, wenn eine Notification kam. In leisen Umgebungen, etwa bei Besprechungen, musste ich bei der Pebble deshalb immer die Vibration ausschalten. Gerade deshalb war ich auf Apples Taptic Engine sehr gespannt. Gleich mal vorweg: Ich denke, die Apple Watch ist auch sehr gut in sehr leisen Umgebungen geeignet, da man die normalen Taps nicht hört. Nur bei Timern, Weckern, oder wenn man die „Markante Haptik“ aktiviert hat, ist ein ganz leises tieffrequentes Brummen zu hören. Aber nicht zu vergleichen mit den lauten Vibrationsmotoren aller anderen Geräte. Allerdings sind die Taps auch fast etwas zu leicht, oder zu kurz, und es kommt öfter mal vor, dass ich es „überfühle“. Die meisten Benachrichtigungen bestehen auch meist aus nur 2 Taps. 3 wären meiner Meinung nach besser und eindeutiger zu spüren. Aber die Apple Watch kann ja auch Töne von sich geben, und so habe ich sie jetzt oft auf laut, wenn es etwas turbulenter zugeht, und auf lautlos, wenn es ruhiger wird, abends zum Beispiel. Auf jeden Fall muss ich sagen, dass die Taptic Engine ziemlich toll ist, und auch davon erwarte ich mir einen Auftritt im nächsten iPhone. Für mehr Haptik.

Siri

Siri ist ein sehr wichtiges Feature der Uhr, da es ja keine Tastatur gibt, über die man Text eingeben könnte. Zum Glück funktioniert die Erkennung von Siri für mich mittlerweile sehr gut. Viel besser, als sie es noch vor einem halben Jahr getan hat, würde ich sagen. Mit „Hey Siri!“ hatte ich anfangs ziemliche Probleme. Ich habe es einfach nicht geschafft, es zu aktivieren. Mittlerweile habe ich aber herausgefunden, dass ich einfach immer zu schnell war. Wenn man etwas7 wartet, und dann „Hey Siri!“ sagt, funktioniert das wunderbar. Besonders praktisch finde ich das u.a. in der Küche beim Kochen. „Hey Siri! Timer auf 10 Minuten.“ – Und schon benachrichtigt mich die Uhr, wenn die Nudeln fertig sind, ohne dass ich auf irgend ein Display tippen muss. Allerdings hat Siri auch noch kleinere Schwierigkeiten. Manchmal dauert es sehr lange, bis das Gesprochene erkannt wird. Aber ich denke, das lässt sich mit einem Software-Update beheben. Meistens funktioniert es jedenfalls sehr gut.

Akku

Der Akku war von Anfang an einer meiner größten Kritikpunkte. Jedenfalls bevor ich die Uhr am Arm hatte. Es klang so, als müsse man die Uhr zurückhaltend benutzen, und kommt dann gerade so über den Tag. Das kann ich aber nicht bestätigen. Selbst jetzt in den ersten Tagen, in denen ich sicherlich mehr damit rumspiele, als ich es in einem Monat mache, hält die Uhr locker einen ganzen Tag durch. Gestern zum Beispiel habe ich die Apple Watch um 6 Uhr angezogen, und um 23 Uhr, als ich ins Bett gegangen bin, hatte ich immer noch 36% Akku. Also alles Andere als knapp. Ob es bei der 38mm-Variante viel schlechter aussieht, kann ich nicht sagen. Aber ich vermute, dass man dort auf ähnliche Werte kommen wird.

Apple Watch - Am Arm

Fazit

Nach meiner anfänglichen Enttäuschung bin ich jetzt doch sehr froh, mir eine Apple Watch gekauft zu haben. Sie ist ein großartiges Gerät, welches mich sehr begeistert, und das nicht nur technisch, sondern auch modisch8. Ich finde die Hardware (nicht nur für eine erste Generation) hervorragend, und die Software für eine 1.0 auch mehr als ok. Sie läuft bis auch wenige „Denkpausen“ sehr rund und flüssig und ich denke, im Laufe des Jahres werden noch ein paar spannende Updates folgen. Das Einzige, was mich tatsächlich im Moment stört, ist, dass ich die Apple Watch ablegen muss, wenn ich Schwimmen, Baden, Duschen gehe. Aber das ist auch schon alles. Ansonsten: Top! :)

Sollte euch sonst noch etwas interessieren, schreibt mir einfach privat (siehe unten), oder auf Twitter oder Facebook. Ich werde den Artikel dann auch entsprechend ergänzen.


  1. Und meine Frau auch. Und das muss wirklich was bedeuten, wenn sie Technik von mir schön findet. 
  2. Gut, ich habe auch noch keine Edelstahl-Watch in echt gesehen. Habe also keinen Vergleich. 
  3. Ok, das lag wahrscheinlich auch daran, dass die Sonne ziemlich hell war, und das Display beim Hochfahren nicht bei voller Stärke leuchtet. 
  4. Und nachdem die Uhr vollständig eingerichtet war, was quälend lange dauert. 
  5. Digital Crown. Welche sich übrigens super smooth drehen lässt! 
  6. Ich erwarte mir unbedingt als Feature für das nächste iPhone Force Touch. 
  7. Ich würde sagen, so geschätzt 0,5 Sekunden nach aktivieren den Displays. 
  8. Falls ich überhaupt ein Gespür für Mode habe. Aber wenn ich nicht, dann auf jeden Fall meine Frau :) 

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