in Technik

Die ersten beiden Wochen mit dem iPhone 7 Plus

Seit nun knapp 2 Wochen begleitet mich ein iPhone 7 Plus durch den Alltag. Das 6s habe ich also erfolgreich ausgesessen, und somit bezieht sich mein heutiger Erfahrungsbericht auf den Umstieg vom iPhone 6 auf das iPhone 7 Plus. Wie bereits erwähnt, habe ich mich diesmal tatsächlich für das Plus-Modell entschieden. Im Laufe der letzten beiden Jahre hatte ich immer wieder mal den Wunsch nach einem größeren Display. Natürlich hatte ich auch Bedenken, dass das große Gerät viel zu groß für die Hosentasche und meine Finger ist. Aber dazu später mehr.

Mein erster Gedanke beim Auspacken war auch tatsächlich „verdammt, ist das groß!“, aber der wurde dann auch gleich vom Eindruck der tollen schwarzen Fabe übertönt. Das matte Schwarz sieht wirklich hervorragend aus, und mir fällt wieder einmal auf, wie sehr ich das Schwarz beim iPhone 5s und 6 vermisst hatte. Das Spacegrau war eher so „naja“. Dann kam der Moment des Einrichtens. Eigentlich wollte ich dieses Jahr mal ganz von Vorne anfangen, und kein Backup einspielen. Aber dieser Plan wurde mir von ein paar Apps vermiest, da ich Daten, die mir wichtig sind, nicht umziehen konnte. Allen voran machte die Health-App Probleme. Mittlerweile, auch auf Grund der Apple Watch, haben sich dort haufenweise Daten angesammelt, die ich nicht verlieren möchte. In der iOS10-Beta-Phase freute ich mich noch, dass Apple es anscheinend ermöglichen wollte, die exportierten Daten auch wieder zu importieren. Aber, was soll ich sagen, es funktioniert leider nicht. Also blieb mir wieder nur der Weg über das verschlüsselte iTunes-Backup. Aber das lief wenigestens ziemlich problemlos.

Und jetzt starte ich mal mit ein paar Punkten, die mir ganz besonders auffallen, bzw. mir besonders gefallen.

Kamera

Die Kamera war mit ein Grund, weshalb ich mich für das Plus-Modell entschieden habe. In der Keynote sprach mich vor allem der Schärfentiefe-Effekt an, der jetzt auch als Betaversion verfügbar ist. Die Fotos, die man damit jetzt machen kann, machen schon einen sehr guten Eindruck. Allerding tendiere ich dazu, das mittlerweile mehr als „netten Effekt“ zu sehen. Die Kamera reagiert aufgrund des Rechenaufwandes etwas träge, und der Übergang zum Hintergrund ist vor allem bei Haaren etwas unschön. Mal schauen, wie sich das Feature noch entwickelt. Aber abgesehen davon ist die Kamera wirklich großartig. Man spürt deutlich die größere Blende, und das Mehr an Licht, das dadurch auf den Sensor trifft. Vor allem fällt es mir bei den Videos auf, die beim iPhone 6 bei spätabendlicher Zimmerbeleuchtung richtig dunkel waren. Mit dem iPhone 7 (Plus) ist das kein Problem mehr. Richtig gut gefällt mir auch die zweite Linse beim 7 Plus, die mit ihren 56mm Brennweite eine tolle Portraitlinse abgibt. In den letzten beiden Wochen habe ich die 56mm sehr oft benutzt, und bin richtig froh darüber, die Möglichkeit jetzt zu haben. Ein bisschen schade ist allerdings, dass nur die „Standardlinse“ über optische Bildstabilisierung verfügt. Gerade bei der größeren Brennweite würde das auch Sinn ergeben, denn man sieht sehr deutlich den Unterschied bei Umschalten.

Was für viele nicht neu ist, aber für mich heuer schon, sind die Live-Fotos. Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, wie ich die finden soll. Einerseits ist es richtig super, automatisch den Kontext des Fotos mit dabei zu haben. Auch wenn man den ganzen Tag nur Fotos macht, hat man automatisch Videos mit Ton dabei. Es ist bestimmt toll, in einigen Jahren die Live-Fotos von heute anzuschauen. Andererseits finde ich sie auch teilweise störend, weil man anders fotografiert. Man hält halt nach dem Foto noch eine Weile still, damit das Live-Foto auch was wird. Und das Betrachten der Live-Fotos ist eben auch aufwändiger, weil man nicht einfach schnell Fotos durchskippt, sondern der Live-Teil auch seine Zeit beansprucht. Aber ich tendiere schon eher zu: gefällt mir.

3D-Touch

Ein weiteres Feature, das zumindest für mich neu ist, ist 3D-Touch. Gut, ganz neu nicht, weil ich es von der Apple Watch kenne, aber dort ist es schon etwas Anderes. 3D-Touch gefällt mir richtig gut. Ich benutze es ständig, um beispielsweise kurz in Konversationen bei Twitter zu spitzeln, oder Links kurz zu öffnen, und dann ganz durchzudrücken, oder eben wieder loszulassen. Auch die Shortcuts auf den App-Icons finde ich (teilweise) praktisch, oder die Möglichkeit, die Taschenlampe auch mal etwas dunkler zu machen. Man muss nur dran denken, dass es die Möglichkeit dazu gibt.

Taptic Engine

Die Taptic Engine kenne ich ja auch schon von der Apple Watch, in welcher sie schon einen ziemlich guten Job macht. Dieses Tippen ist so viel besser, als ein plumpes Vibrieren. Demnach bin ich froh, dass mein iPhone das jetzt auch kann. Einen Vergleich zur Taptic Engine im 6s habe ich nicht. Ich kann nur sagen, dass sich die im 7 Plus sehr gut anfühlt. Vor allem die Möglichkeit zum haptischen Feedback finde ich super. Ich liebe die kleinen Taps beim Umsortieren von Listen, beim Auswählen von Uhrzeiten, beim Herunterziehen des Notification-Centers, und und und. Ich hoffe auch, dass viele Entwickler die Möglichkeiten nutzen, und das Feedback in viele Apps (sinnvoll) eingebaut wird.

Home Button

Nun ein paar Sätze zum neuen Home Button. Der neue Home Button ist ja kein richtiger mechanischer Button mehr. Er reagiert nur auf Druck (3D-Touch quasi), und die Taptic Engine simuliert dann den Klick. Und das ist so gut. Alleine schon, dass der Hub des mechanischen Buttons wegfällt, ist um so viel besser. So lässt sich beispielsweise viel präziser ein Doppelklick ausführen. Der mechanische Vorgänger hat sich da manchmal nicht zwischen Doppel- und Dreifachklick entscheiden können. Klar, man muss sich an die Simulation gewöhnen. Es fühlt sich so an, als würde man die komplette Unterseite des iPhones drücken. Aber nach einer kurzen Gewöhungsphase ist das schon wieder normal. Es stimmt allerdings nicht, dass der Button lautlos wäre. Selbst in der niedrigsten Einstellung ist ein leises Klicken zu hören. Beim mechanischen Button habe ich es geschafft, ihn lautlos zu drücken. Mit ein bisschen Übung. Beim Neuen ist das nicht mehr möglich. Muss jeder selbst wissen, ob einen das stört. (Beim Neuen wird der Klick nicht nur durch die Taptic Engine simuliert, sondern auch durch den Lautsprecher. Wenn man den unteren Lautsprecher zuhält, hat man wieder einen lautlosen Klick.) Ganz problemlos ist der Button aber auch nicht. Wenn das iPhone auf den Tisch liegt, spürt man das Klicken nur ganz leicht, oder auch gar nicht. Hier fehlt mir dann das Gefühl des Klickens, und es fühlt sich sehr seltsam an. Aber es geht. Das größere Problem sehe ich darin, dass der Home Button genügend Hautkontakt benötigt, um zu funktionieren. Nur so mit dem Fingernagel drauf, oder mit Handschuhen funktioniert nicht. Aber auch daran wird man sich gewöhnen (müssen).

Touch ID

Noch ein Feature, das viele schon vom 6s kennen, ist der viel schnellere Touch ID-Sensor. Mittlerweile verstehe ich die Leute, die gesagt haben, dass der Sensor zu schnell sei, und man keine Chance hat, den Lockscreen zu sehen. Das Entsperren des iPhones geht nun quasi nahtlos, ohne Wartezeit. So gut. Und für den Lockscreen hat sich Apple ja auch etwas einfallen lassen. Das Display geht nämlich jetzt schon an, wenn man das iPhone anhebt. So kann man die Nachrichten auf dem Lockscreen checken, und bei Bedarf dann entsperren. Dieses Feature hat mich allerdings auch ein bisschen Eingewöhnungszeit gekostet. Man muss das alte Verhalten, gleich den Homebutton zu drücken, verlernen, und sich daran gewöhnen, erst mal auf das iPhone zu schauen. Ich muss auch sagen, dass das besser funktioniert, als erwartet. Das iPhone geht recht zuverlässig bei den typischen Bewegungen (Vom Tisch aufheben, aus der Hosentasche ziehen,…) an. Ähnlich wie bei der Apple Watch. Nur bei Situationen, bei denen das iPhone auf dem Tisch liegt, oder es keine typische Bewegung ist, musste ich mir angewöhnen, den Power-Button zu drücken, oder den Home-Button mit einem Nicht-Touch-ID-Finger zu drücken.

Größe

Und zuletzt noch zur Größe. Ich muss schon sagen, dass das Plus-Modell eigentlich schon zu groß ist. Es ist wirklich nicht ganz einfach, das Gerät mit nur einer Hand gut zu bedienen. Klar, Apple hat ein paar Hilfen eingebaut, um das zu erleichtern, aber es sind eben nur Hilfen. Aber abgesehen davon, dass es halt eher ein Zweihandgerät ist, ist die Größe schon auch super. Vor allem der dadurch mögliche Akku ist großartig. Mein 6er musste ich mehrmals am Tag laden, und mit dem 7 Plus komme ich tatsächlich (fast) über den Tag. Ich hoffe nur, dass der Akku bei Kälte nicht auch so schlapp macht, wie bei meinem 6er. Ansonsten habe ich keine größeren Probleme mit der Größe. Es passt in meine Hosentaschen, meine Autohalterung, meine Hände. Alles gut also.

Fazit

Dass das iPhone 7 Plus das beste iPhone ist, das ich jemals hatte, ist klar. Es ist ja auch das Neueste. Ich finde, es sind vor allem die Details, die man fühlen und sehen kann, die dieses Gerät so toll machen. Nicht die große Neuerfindung, sondern das Ausfeilen und Perfektionieren von bereits Vorhandenem. Ich bin jedenfalls bisher sehr zufrieden, und denke, mich richtig entschieden zu haben.

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