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Immerhin war der Spargel lecker

Der Leiter des Gesundheitsamtes hier im Kreis (der Kreis mit dem Spargelhof) wird sich die Corona-Warn-App nicht installieren, und sie auch nicht empfehlen, weil er nicht weiß, was das bringen soll. (Quelle: Interview in der Aichacher Zeitung vom 19.06.2020 – online leider nicht vollständig verfügbar)

Sollte sich ein Gesundheitsamt nicht über jede Arbeitserleichterung freuen? Erleichtert die App nicht zumindest ein wenig das Contact Tracing? Ist nicht schon allein schon die Tatsache, dass ein Testergebnis direkt zeitnah über die App mitgeteilt werden kann, ein enormer Zeitvorteil? Gerade bei einem Virus, bei dem das serielle Intervall bei rund 4 Tagen liegt, und kürzer als die Inkubationszeit ist? Die App ist sicher nicht das Allheilmittel. Aber sie ist ein weiterer Baustein in der Bekämpfung der Pandemie. Warum sollte man auf den Baustein verzichten?

Auch an der Zuverlässigkeit der PCR-Tests hat er in diesem Interview, und auch in vergangenen Artikeln zum Spargelhofausbruch immer wieder gezweifelt. Man kann die Tests sicher differenziert betrachten, aber diese allgemein geäußerten Zweifel senden ein falsches Signal an die Bevölkerung.

Zusammen mit seiner Arbeitshypothese, dass die 96 positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Personen gar nicht infektiös sind, und es sich um Erkrankungen aus der Vergangenheit handelt1, weiß ich nicht so recht, welches Vertrauen ich dem Gesundheitsamt hier im Moment entgegenbringen kann.

Und in einer Pandemiesituation fühlt sich das gar nicht so toll an, irgendwie.

Fußnoten:

Auszug aus dem Coronavirus-Update 49

  1. zur Erinnerung: Der PCR-Test ist nur in der ersten Woche zuverlässig positiv. Wurde auch wieder im aktuellen Coronavirus-Update (siehe auch den Screenshot) erwähnt. Bei bereits überstandenen Erkrankungen gibt es manchmal zufällig positive Ergebnisse. Aber dass von 525 Tests 96 positive Zufallsfunde aus Virenresten sind, halte ich für sehr unplausibel []