X

Es ist an der Zeit, mein erstes Fazit zum iPhone X zu ziehen. Klar, manche Dinge werden sich erst im Langzeiteinsatz zeigen, aber dazu kann ich dann ja auch immer noch was schreiben. Also fangen wir mal vorne an.

Haptik

Kurze Info vorab: Ich war im letzten Jahre ein sehr zufriedener „iPhone 7 Plus“-Nutzer. Die Displaygröße war super, der Akku war super, und ich hatte keine Probleme mit der Größe des Gerätes. Ich merke aber, dass das iPhone X schon viel angenehmer in der Hand liegt, da es wieder ein gutes Stück kleiner ist. Außerdem ist es aufgrund der Glasrückseite auch griffiger, als das iPhone 7 (Plus), und man hat weniger Angst, dass es leicht aus der Hand rutscht. Das Gewicht ist überraschend hoch, und es fühlt sich schwerer an, als das iPhone 7 Plus, obwohl es das nicht ist. Aber das finde ich jetzt auch überhaupt nicht negativ, da es sich durch das Gewicht auch sehr hochwertig anfühlt. Dazu kommt, dass das iPhone X durch die abgerundete Form auch ein super Handschmeichler ist, ähnlich wie schon das allererste iPhone.

Display

Beim ersten Einschalten ruft das Display dann erst einmal einen richtigen Wow-Effekt hervor. Vor allem die fast vollflächige Abdeckung der Vorderseite ist schon großartig. Die viel diskutierten Öhrchen oben finde ich auch nicht störend, sondern eher sehr positiv. Mehr Platz ist immer gut. Auch der Kontrast und die „Knackigkeit“ des Displays ist sehr beeindruckend, und meine Augen mussten sich tatsächlich erst ein paar Tage daran gewöhnen. Und daneben sieht das Bild auf dem natürlich auch hervorragendem iPhone 7 Plus schon fast flau aus. Vor allem natürlich, weil das „alte“ LCD-Display kein vernünftiges Schwarz darstellen kann. Allerdings kann ich das Display auch nicht nur loben. Wie es für ein OLED-Display typisch ist, ist das Bild nur bei direkt frontaler Betrachtung farbtreu. Schon ein leichtes Kippen des Gerätes führt bei mir dazu, dass das Bild deutlich kälter wird. Vor allem Abends, wenn das Bild durch TrueTone wärmer wird, fällt mir das negativ auf. Also, es ist schon ok, und es ist nicht super schlimm, aber es stört mich durchaus. Zwischendurch kommt mir sogar der Gedanke, ob ich vielleicht ein defektes Gerät bekommen habe. Aber ich denke nicht.

FaceID

Und jetzt zu dem Punkt, der viele skeptisch gemacht hat: Das iPhone X hat keinen TouchID-Sensor mehr, und setzt alles auf die Authentifizierung über die Gesichtserkennung namens FaceID. Und soll ich euch was sagen? Es fühlt sich an, wie Magie. iPhone in die Hand nehmen, nach oben wischen, BÄM, iPhone entsperrt. FaceID funktioniert so gut, dass man oft gar nicht bemerkt, dass es da ist. Wirklich großartig. Dass FaceID da ist, und nur unter bestimmten Voraussetzungen seinen Dienst verrichten kann, merkt man erst, wenn man von dem Standard abweicht, dass man das iPhone beim Benutzen in der Hand hält, und es somit eh vor der Gesicht hat. Wenn das iPhone beispielsweise auf dem Tisch liegt, muss man sich soweit drüberbeugen, bis das Gesicht von der Kamera erfasst wird, oder eben das Gerät anheben. Wenn die Kamera im nächsten Gerät weitwinkliger würde, wäre das durchaus von Vorteil, aber auch im jetzigen Zustand ist das kein großes Ding. Man muss in solche Fällen eben eine Aktion ausführen, um sich zu authentifizieren, wie vorher bei TouchID eben auch. Nur dass diese Aktion jetzt eben nicht mehr immer fällig wird. Also für mich ist FaceID bisher ein echter Gewinn. Touch ID an meinem iPad fühlt sich mittlerweile schon viel zu umständlich und langsam an. So schnell geht‘s ;)

Animoji

Animojis sind ein großer Spaß. Man kann es nicht anders sagen. Jeder, der das ausprobiert, macht sich sofort vor dem iPhone zum Affen (oder halt zum Hund, zum Huhn,…, oder halt zum Kackhaufen.). Irgendwie ist es nur eine spielerische Technikdemo, aber irgendwie dann auch durchaus sinnvoll anzuwenden, wenn man für eine Antwort nicht in den Emojis suchen muss, sondern einfach einen Gesichtsausdruck im Animoji-Sticker festhalten und verschicken kann. Ich hoffe, in diese Richtung kommt bald noch mehr.

Kamera

Die Kameras in den iPhones sind seit mehreren Jahren schon hervorragend. Jedes Jahr geht es noch einen Schritt weiter, und alles wird immer besser. Doch die Kamerasysteme im iPhone X machen auf mich den Eindruck, als wären sie nicht nur einen, sonder 2 Schritte weiter. Über „normale“ Fotos brauchen wir nicht zu sprechen, die sind seit Jahren gut. Was mich am X besonders fasziniert ist der Portraitmodus, und zwar auf beiden Kameras. Der Portraitmodus war ja schon beim iPhone 7 Plus vorhanden, und ich habe durchaus gute Ergebnisse erzielt, aber nur wenn das Licht sehr gut war. Heißt also, draußen bei Sonnenschein war der Modus durchaus sehr brauchbar. Aber jetzt beim iPhone X lassen sich selbst bei der zu dieser Jahreszeit üblichen Raumbeleuchtung sehr gute Portraits machen, die immer näher an eine Spiegelreflexkamera herankommen1. Besonders faszinierend sind auch die Portraitmöglichkeiten der Front-Kamera. Durch die TrueDepth-Kamera lassen sich nun auch Selfies mit unscharfem Hintergrund machen, die gleich mal viel besser aussehen, als herkömmliche Selfies. Außerdem fällt auch sehr positiv auf, dass diesmal auch die 2x-Linse auf der Rückseite optisch stabilisiert ist. Somit ist diese jetzt auch bei weniger guten Lichtverhältnissen sehr gut zu gebrauchen.

Akku

Meine größte Angst war ja, dass ich große Akkuprobleme mit dem iPhone X haben werde. Ich war ja jetzt ein Jahr lang sehr verwöhnt von der hervorragenden Akkulaufzeit des Plus-Modells, und mein Gedanke war: Kleineres Gehäuse, kleinerer Akku, wieder ständig leer. Aber zu meinem großen Erstaunen muss ich sagen, dass ich sehr positiv vom Akku überrascht bin. Er hält zwar nicht so superlang, wie der des 7 Plus, aber doch deutlich länger als beim kleineren Modell. Jedenfalls komme ich ohne größere Nachladeaktionen durch den Tag, und mehr will ich ja gar nicht.

Fazit

Klar, jedes neue iPhone ist „das beste iPhone, das ich je hatte“. Alles Andere wäre auch seltsam. Aber diesmal ist seit vielen Jahren wieder etwas anders. Die letzten Jahre waren immer eine konsequente Weiterentwicklung der Technik. Immer einen Schritt weiter. Das iPhone X fühlt sich aber eher an, wie 2 oder 3 Schritte weiter (ich weiß, den Vergleich mit den Schritten hatte ich oben auch schon mal. Aber egal.). Vielleicht ist es das endlich mal wieder neue Gehäuse. Vielleicht ist es Face ID. Vielleicht auch der doch recht radikale Wechsel eines seit 10 Jahren bewährten Bedienkonzeptes. Und wahrscheinlich ist es das alles zusammen. Auf jeden Fall ist es ein Gerät, das Spaß macht, und einen sehr hochwertigen Eindruck macht, was es im Hinblick auf den Preis auch machen muss.

Was es aber auch ist: Ein teures Spielzeug für Technikliebhaber. Denn nüchtern betrachtet gibt es wenig Gründe, so viel Geld für ein iPhone auszugeben, da ein iPhone 8 (Plus), oder ein iPhone 7 (Plus) auch ein super Gerät ist, das viel mehr kann, als die meisten jemals nutzen werden. Aber im Vergleich zum iPhone X ist das alles doch nur alter Kram. Ein Zurück gibt es nicht mehr. Wie immer :)

  1. Dahin ist es zwar bei genauer Betrachtung schon noch ein weiter Weg, aber der wird mit großen Schritten begangen.

In die Tiefe

Mit Focos lassen sich die Tiefeninformationen, welche in den Portraitfotos der kompatiblen iPhones enthalten sind, sehr gut visualisieren. Ich finde das schon extrem beeindruckend, welche Informationen in den Fotos stecken.

(Ansonsten lassen sich mit Focos noch allerlei coole Dinge mit den Fotos machen. Etwa das genaue Einstellen, ab wo die Unschärfe beginnt, und noch vieles mehr. Leider scheitert die App beim Speichern, da beim Export keinerlei Tiefeninformationen mehr im Foto sind, was die App dann leider im Moment mehr oder weniger unbrauchbar macht. Schade.)

PS: Meine Nase ist in Wirklichkeit natürlich nicht so lang ;)

RAW

Es ist wohl wieder die Zeit, in der ich mit neuen Fotoapps spiele. Heute habe ich mir Halide aufs iPhone geladen, und habe damit ein paar Fotos in der Mittagspause aufgenommen. Genutzt habe ich dabei die Möglichkeit von Halide, Fotos als RAW1 zu speichern. Das habe ich zuletzt vor einigen Jahren mit der DSLR gemacht, beim iPhone noch nie ernsthaft. Bearbeitet habe ich die RAWs dann mit Darkroom, meiner meistgenutzten Fotoapp. Werde in nächster Zeit aber auch mehr mit RAW Power experimentieren. Das habe ich mir heute geladen, und ich bin gespannt, was man damit aus den Fotos rausholen kann.

So, aber jetzt die Bilder:

  1. Ja, ich hatte auch zuvor schon Apps, die RAW speichern konnten. Aber Halide ist nicht so überladen, wie die Anderen.

Selfie

Aufgenommen mit der Frontkamera des iPhone X in unserer Küche bei normaler Raumbeleuchtung. Kann sich technisch durchaus sehen lassen, würde ich sagen.

Peng!

Heute habe ich den Portraitmodus des iPhone X mal zweckentfremdet, und kein klassisches Portrait geknipst. Ich finde, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen.