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Die Kommentarproblematik

Ich bekomme gerne Kommentare hier im Blog. Ich antworte auch gerne auf Kommentare, wenn jemand etwas wissen möchte, oder auch einfach nur, um mich zu bedanken. Außerdem würde ich auch gerne mal öfer in anderen Blogs einen Kommentar hinterlassen. Aber, ich weiß nicht, wie es euch dabei geht: Das ist doch alles irgendwie kaputt.

Wenn ich auf Twitter (oder meinetwegen Facebook, Instagram, etc.) etwas kommentieren möchte, drücke ich auf einen Button, der (egal, in welcher App ich mich befinde) direkt vor meiner Nase ist, muss mich nirgends mehr anmelden, und kann direkt meinen Kommentar tippen, und abschicken. Dabei kann ich mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die betreffende Person auf meinen Kommentar aufmerksam wird, und ich bei eventuellen Antworten auch benachrichtigt werde. Alles bestens also.

Wenn ich jetzt aber einen Blogartikel im Feedreader meiner Wahl lese und kommentieren möchte, dann ist da kein Button, auf dem „Kommentieren“ steht. Ich muss erst den Artikel in der Webansicht öffnen, zum Kommentarfeld scrollen, meine Daten (Name, Mailadresse, Webseite) eingeben (im besten Fall hat sich mein Browser die Daten gemerkt), kann dann kommentieren, muss dann entscheiden, was ich abonnieren möchte (Blogartikel, Kommentare), dann vielleicht noch ein Captcha lösen, und kann dann meinen Kommentar absenden. Danach kommt eine Mail, in der ich mein eventuelles Abo der Folgekommentare bestätigen muss. Ich muss den Link anklicken, warten bis die Seite geladen ist, und dann den Tab, oder das Browserfenster wieder schließen. Wenn mein Kommentar jetzt nicht den Artikel selbst betrifft, sondern einen anderen Kommentar, habe ich keine Ahnung, ob die betreffende Person die Kommentare auch abonniert hat, und meinen Kommentar auch mitbekommt. So geht es mir auch immer, wenn ich auf Kommentare hier im Blog antworte. Ich weiß gar nicht, ob meine Antwort überhaupt jemanden erreicht. Mal ehrlich, das ist doch kacke.

Ich weiß schon, das wird jetzt ein sinnloses Gejammere, weil es ja nichts ändert. Aber diese Prozedur vor und nach dem Kommentar ist schon eine ziemliche Hürde, die mich sehr oft davon abhält, irgendwo zu kommentieren. Und wenn ich jetzt an Leute denke, die nicht im Internet zuhause sind, dann ist für die diese Hürde nahezu unüberwindbar.

Mir ist schon klar, dass das Ganze der im Grunde ja wünschenswerten dezentralen Struktur geschuldet ist. Aber doof finde ich das trotzdem. Wäre es nicht toll, eine standardisierte Schnittstelle, die jede Blogplattform integrieren kann, zu haben, mit der dann Feedreader eine native Kommentarfunktion zur Verfügung stellen können? Der ganze Anmeldungskram könnte dann doch im Hintergund abgewickelt werden. Gut, das würde auch nicht alle Probleme lösen. Aber ich habe jetzt auch nicht sehr intensiv an der Idee gearbeitet. Ich kann’s ja eh nicht ändern. Oder gibts soetwas vielleicht sogar schon? Wohl eher nicht. Wüsste ich ja dann wahrscheinlich.

Oder halte ich es vielleicht falsch? Wie handhabt ihr das mit den Kommentaren? Nervt euch die Prozedur auch, oder bin ich nur wieder zu empfindlich? Abonniert ihr immer die Folgekommentare?

So, genug gemeckert. Ihr könnt ja mal einen Kommentar hinterlassen, wenn euch die Arbeit nicht zu viel ist ;-P

(Und wahrscheinlich ist das alles hier nur eine Ausrede von mir, weil ich eigentlich doch nur zu faul zum Kommentieren bin.)

Mentions

  • Funktioniert also. Ich kann bei Dir von meiner Website aus kommentieren und #Known schickt das dann als Reply in Deine Kommentare. Ich dachte, das klappt
  • Test. (Siehste?)

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23 Kommentare

  1. absolut richtig. genau so sehe ich das auch. es gab mal ein paar dienste, die versucht haben das zu lösen: disqus und livefyre z.b. nutzt aber niemand mehr und generell wird das immer weniger mit kommentaren. ich finde dieses plugin hier bei dir schon nervig, weil es bei mir zumindest mobil nicht richtig klappt. das abo für kommentare mache ich nur selten. ich bookmarke mir eher den link und schau später nochmal vorbei ob es antworten gab, wenn ich dran denke oder zeit finde. aber das ist kacke… facebook kommentar plugin will ich auch nicht im blog. ich bin auch zu scheu alle artikel zu twitter und facebook zu schicken, so dass die leute da reagieren können. komisch eigentlich, aber vermutlcih liegt das daran, dass wir zur aussterbenden rasse der feedleser gehören. die großen blog verstecken ja sogar die kommentare und kommentarfunktion. eine echt beschissene entwicklung…. vllt weiß der @boerge30 was.

    • Danke für Deine Zustimmung. Und wahrscheinlich hast Du wirklich recht, dass die wenigsten Feedreader verwenden. Wenn ich in meinen Bekanntenkreis schaue, dann werden Blogs bei Facebook gelesen und kommentiert. Weiß auch nicht, ob ich das gut finde. Aber so ist es nun mal.

      Das mit dem Plugin bei mir muss ich mir mal anschauen. Nerven soll das ja nicht, sonst kann das weg.

  2. Ich fand livefyre auch ziemlich gut. Hat sich leider nicht durchgesetzt. Man könnte höchstens noch das Jetpack Ding aktivieren…

    Das Hauptproblem scheint aber folgendes zu sein: fast niemand hat mehr so richtig Böcke auf Blogs und Blogkommentare.

  3. Hallo Thomas,
    da sprichst du einen guten Punkt an.

    Ich sehe bei mir im BLog auch immer wieder dass gerade Leser die nur unregelmäßig auf den Blog kommen oder eben nur für einen bestimmten Beitrag über Facebook darauf aufmerksam werden, eher eben bei FB kommentieren als im Blog. Es ist einfach einfacher, dort ist man eh immer angemeldet (auch wenn das securitytechnisch bullshit ist) und kann gleich loslegen.
    Betreibt dieser jemand dann einen Blog via WordPress, dann ist die Anmeldung auch ganz einfach. Leser / Blogger sind einfach faul habe ich das Gefühl.
    DIesen großen zentralen Dienst der das lösen könnte ist eben „leider“ Facebook oder eben Twitter. Diese Dienste nutzt quasi „jeder“ ob es einem gefällt oder nicht. Ich denke nicht dass sich eine weiterer plattformübergreifender Dienst dauerhaft durchsetzen wird. Facebook ist hier nun mal der Platzhirsch.

    Gruß
    Sascha

    P.S. interessanterweise habe ich jetzt hier auch mehrer Minuten überlegt ob ich kommentieren soll oder nicht. Ein Grund hierfür war die von dier angesprochene lästige Abo- und Anmeldeproblematik.

      • Danke, dass Du trotz Überlegen und trotz der Hürden kommentiert hast :)

        Und ja, zum Glück bist Du bei Gravatar. Was aber dann auch wieder Teil des Problems ist. Das nutzen auch wieder nur die, die sich damit beschäftigt haben, und wissen, was das ist.

  4. Ich empfinde disqus immer noch als recht praktisch. Plus diesem Indieweb-Kram, für den ich leider nicht wirklich genügend Coder/Admin-Skills habe. Läuft bei mir im blog so leidlich (unter „Reaktionen“ kann man sehen, wer auf Twitter oder Facebook geliket oder kommentiert hat, wenn ich den Artikel dort geteilt habe). Das WP-Setting mit mehreren Plugins ist recht kompliziert.
    Wenn das alles weniger nerdig daherkommen würde, wäre das echt ein feiner Ansatz, quasi verbesserte Ping/Trackbacks. https://withknown.com/ hat das Indieweb ziemlich gut integriert. Und als Marke Eigenbau hat Felix auf http://wirres.net/ was Nettes zusammengeschraubt.

    • Auch ich sage Danke :)

      Glaube, das habe ich schon lange gesucht. Bzw. habe ich auch mal versucht, das mit den Twitter- und FB-Comments bei mir zum Laufen zu bekommen. Bin da aber gescheitert. Dieses Known sehe ich mir aber mal genauer an. Entweder ist das gut, oder ich mache das mit den Kommentaren hier noch mehr kaputt ;)

    • Hmm ja. Sieht interessant aus. Aber ich erkenne auch nicht so recht, was das denn jetzt besonderes macht, was die Ausgabe rechtfertigen würde. Für mich halt.

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  • Funktioniert also. Ich kann bei Dir von meiner Website aus kommentieren und #Known schickt das dann als Reply in Deine Kommentare. Ich dachte, das klappt 15. November 2016

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  • Test. (Siehste?) 15. November 2016

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