in Elektromobilität

Die Probefahrt mit dem Nissan Leaf

Mittlerweile haben wir uns ja schon für den Hyundai Ioniq entschieden. Aber vor dem Kauf sind wir noch den Nissan Leaf probegefahren, um etwas objektiver Urteilen zu können.

Was schon im Vorgespräch auffiel, ist, dass es beim Leaf einen sehr unübersichtlichen Konfigurationsdschungel gibt. Drei Varianten mit jeweils 2 Batteriegrößen, mit oder ohne Batteriemiete, und dann noch allerlei Features, die dann noch je nach Variante beim Preis oben drauf kommen. Scheint ja normal zu sein, wenn man sich ein Auto kauft, aber diese 3 fertig konfigurierten Varianten beim Ioniq, ohne zusätzlich verfügbare Features, waren mir schon sehr sympathisch.

Nach einer sehr ausführlichen Erklärung über den Leaf, ging es dann endlich los zum Auto. Beim ersten Betrachten fiel der optisch sehr große Kofferraum auf, der aber beim genaueren Hinschauen dann doch etwas unpraktischer ist, weil er etwas verschachtelt ist. Aber trotzdem: Platz ist da schon gut drin hinten. Außerdem fiel mir leider negativ auf, dass der Steg am Boden beim mittleren Sitz der Rückbank sehr hoch ist, was das Sitzen dort wohl nicht sehr bequem machen würde. Ansonsten ist der Leaf innen schon sehr geräumig, und vor allem hinten auch angenehm hoch, ganz im Gegensatz zum Ioniq, bei dem ich hinten nicht ganz aufrecht sitzen kann. Aber ich bin ja auch ziemlich groß ;) Die Rückbank ist dann allerdings auch schmäler, als beim Ionic, und unserem derzeitigen Mazda 6. Das ist dann bei 3 Kindern und 2 Kindersitzen auch nicht so optimal.

Gut, kommen wir zur Fahrt. Der Leaf fährt sich auch sehr schön. Mit den 80kW Motorleistung ist er vor allem im unteren Geschwindigkeitsbereich sehr spritzig unterwegs. Bei über 100km/h hat er auch noch ordentlich Leistung, aber man spürt schon deutlich, dass er mehr gegen den Luftwiderstand kämpfen muss. Beim Ioniq fällt das weniger ins Gewicht. Aber sehr groß ist der Unterschied nicht.

Das Cockpit des Leaf ist sehr futuristisch gestaltet, und man fühlt sich ein bisschen, wie in einem Science-Fiction-Film. Schlecht ist das nicht, man muss sich nur dran gewöhnen. Was mir sehr gut gefallen hat, ist, dass die aktuelle Geschwindigkeit immer oben im separaten Display, knapp unter der Windschutzscheibe, als Dezimalzahl dargestellt wird. So hat man immer im Auge, wie schnell man gerade fährt. Denn gerade beim Elektroauto fährt man anfangs tendenziell eher zu schnell, weil das Auto so leise ist. Also besser öfter mal auf den Tacho schauen ;)

Einstellen kann man beim Leaf nicht so viel wie beim Ioniq. Die Standardeinstellung scheint so gewählt zu sein, dass er sich ähnlich wie ein Verbrenner fährt, was ja erstmal keine schlechte Idee ist. Dann gibt es noch einen Eco-Modus, bei dem er recht gemächlich unterwegs ist, und dann noch einen weiteren Modus, den ich aber nicht getestet habe. Dass man die Stärke der Rekuperatiuon selbst wählen kann, scheint nicht zu gehen. Den Ioniq kann man ja hier dagegen so einstellen, dass sich das Fahrverhalten fast grundsätzlich zum Verbrenner unterscheidet. Muss man nicht mögen, kann man aber.

Ansonsten merkt man dem Leaf noch an, dass er nicht mehr das technisch modernste Auto ist. Kein CarPlay, kein Spurassistent, und kein Abstandstempomat. Aber das bedeutet nicht, dass sich nur Steinzeittechnik im Auto befindet. Allgemein ist das alles schon ganz ordentlich. Und somit komme ich mal zum kurzen Fazit: Mein Eindruck vom Leaf ist auf jeden Fall ein besserer, als ich ihn vor der Probefahrt hatte. Der Leaf ist ein ordentliches Elektroauto mit vor allem vielen Jahren Elektroerfahrung, was ja auch gut was wert ist. Und außerdem ist der Leaf auch viel schneller lieferbar als der Ioniq, und vielleicht auch ganz gut als Gebrauchter zu haben. Gut, optisch gefällt er mir nicht so gut, aber das muss jeder selbst wissen. Und der Verkäufer meinte, dass er vielleicht sogar schon im September mit einem neuen Modell rechnet. Eventuell lohnt es sich ja auch, noch ein bisschen zu warten.

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